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Industrieanleihen –Investitionen in unsere Industrie

Industrieanleihen bieten hohe Zinsen und gelten als konservative, aber sichere Geldanlage. Während bis vor wenigen Jahren noch eher selten in Anleihen investiert wurde, hat diese Form der Geldanlage in den vergangenen Jahren doch stark an Beliebtheit gewonnen. Vor allem in Zeiten des Euro erleben Industrieanleihen einen regelrechten Boom. Viele Kleinanleger wissen nicht, wo sie ihr Erspartes am besten anlegen sollen. Der Kauf von Aktien erscheint zwar interessant, birgt aber auch äußerst große Risiken. Dennoch gibt es gute Alternativen, die sich durch ein geringeres Risiko auszeichnen, dabei aber dennoch eine attraktive Rendite bieten. Industrieanleihen sind sehr häufig an Börsen zu finden und werden im internationalen Wertpapierhandel auch als Corporate Bonds bezeichnet. Üblicherweise erfolgt der Kauf von Industrieanleihen nicht über die Unternehmen selbst, sondern über die Hausbank.

Bei Industrieanleihen handelt es sich um festverzinsliche Wertpapiere, die von Industrieunternehmen emittiert werden. Allerdings muss ein Industrieunternehmen, welches beabsichtigt Anleihen herauszugeben, dies vom Bundesfinanzministerium genehmigen lassen. Den Unternehmen dient die Herausgabe von Anleihen in erster Linie dazu, schnell mittel- und langfristiges Kapital zu bekommen. Industrieanleihen stellen für die Unternehmen eine günstige Finanzierungsmöglichkeit dar, um Investitionen zu finanzieren, ohne zu diesem Zwecke einen herkömmlichen Kredit aufnehmen zu müssen, bei dem wesentlich höhere Zinsen zu zahlen wären. Um sowohl für die Emittenten als auch für die Anleger eine feste Kalkulationsbasis zu schaffen, werden Industrieanleihen als festverzinsliche Papiere herausgegeben. Somit wissen die Ausgeber der Anleihe genau, wie viel Aufwand sie haben werden, während die Anleger exakt abschätzen können, wie viel Ertrag erzielt werden kann.

Bei einer Investition in Industrieanleihen erhält der jeweilige Anleger keinen Anteil am Unternehmen, wie dies beispielsweis beim Kauf einer Aktie der Fall wäre. Vielmehr sichert er sich mit dem Kauf einer solchen Anleihe lediglich das Recht auf Verzinsung. Somit sind mit dem Erwerb einer Anleihe auch keinerlei Rechte, wie beispielsweise ein Stimmrecht oder aber das Recht auf Teilnahmen an einer Vollversammlung, verbunden. In aller Regel werden die Zinsen zum Jahresende an die Anleger ausgezahlt, die Ausschüttung der Zinsen kann aber auch mehrmals im Laufe eines Jahres stattfinden.

Bei Industrieanleihen besteht im Unterschied zu Aktien ein relativ geringes Verlustrisiko, das Risiko ist allerdings auch deutlich höher als bei Staatsanleihen einzustufen. Die meisten Industrieanleihen unterliegen einer festen Laufzeit, sodass stets klar ist, wann der Unternehmen die Anleihen auslösen wird. Da die festverzinslichen Wertpapiere allerdings auch an der Börse handelbar sind, müssen Anleger nicht zwingend bis zum Ende der Laufzeit warten. Dementsprechend können einzelne Anleihen allerdings auch Kursschwankungen unterliegen können, je nachdem wie sich die Zinsmärkte entwickeln.

Der große Vorteil solcher Anleihen liegt vor allem in der Flexibilität sowie den hohen Renditechancen bei gleichzeitig relativ hoher Sicherheit. Die Chance beim Investment in Industrieanleihen liegt in erster Linie im Erhalt hoher Zinsen. Da viele Unternehmen, die Industrieanleihen heraus geben, dringend Kapital benötigen, liegen die gebotenen Zinsen der Anleihe dementsprechend häufig deutlich über den am Markt üblichen Zinsen. Industrieanleihen zählen ganz klar zu den langfristigen Investitionen, sie eignen sich dagegen nicht, um kurzfristig große Gewinne zu erzielen. Dementsprechend liegen die Laufzeiten von Industrieanleihen häufig in einem Bereich von zehn Jahren, teilweise finden sich sogar Anleihen mit einer Laufzeit von bis zu 20 Jahren. Möchte man Industrieanleihen vorzeitig, das heißt vor der Fälligkeit verkaufen, so geschieht dies an der Börse. So liegt ein weiterer Vorteil der Industrieanleihen auch in der Liquidität, da sich die Anleihen in aller Regel zu jeder Zeit an der Börse kaufen sowie verkaufen lassen.

Neben diesen möglichen Chancen dürfen allerdings auch die Risiken von Industrieanleihen nicht vergessen werden. Obwohl sich Industrieanleihen auch für Kleinanleger eignen, bleibt immer ein Restrisiko enthalten. Allen voran ist hier sicherlich das Bonitätsrisiko des Emittenten zu nennen. Bei einer Insolvenz des Emittenten sind die Industrieanleihen nicht abgesichert, sodass der Anleger im Falle einer Insolvenz sein gesamtes investiertes Kapital verliert. Daher empfiehlt es sich grundsätzlich, eher in große Firmen zu investieren, da diese zumeist über eine ausreichende Substanz verfügen, um auch wirtschaftlich schwierige Zeiten zu überstehen. Neben diesem Emittentenrisiko gibt es noch ein zweites Risiko bei Industrieanleihen, nämlich das Kursrisiko, wenn der Anleger seine Wertpapiere vor dem Fälligkeitstermin an der Börse verkaufen möchte. Allerdings lassen sich diese Risiken minimieren, allen voran durch den Kauf unterschiedlicher Anleihen. Als sinnvoll erweist sich auch der Kauf von Anleihen auf verschiedenen Märkten.

Natürlich ist nicht jede Industrieanleihe auch ein sicheres Investment. Bei inländisch bekannten Unternehmen ist die Gefahr eines Konkurses eher als gering einzuschätzen, bei ausländischen Schuldnern sieht dies häufig anders aus. Aus diesem Grund sollte man sich vor einem Investment genauestens über den jeweiligen Emittenten informieren. Die gegebene Sicherheit hängt in erster Linie davon ab, auf wen die Anleihe läuft beziehungsweise von wem diese emittiert wird. So werden insbesondere große Industrieunternehmen häufig als sehr sicher eingestuft, da sie über große Vermögenswerte verfügen. Aus diesem Grund investieren viele Anleger in Anleihen solcher großer Industrieunternehmen. Wer in eine Industrieanleihe investieren möchte, der muss sich zunächst einmal für einen Industriezweig entscheiden. Ist die Entscheidung für einen Industriezweig gefallen, so steht als nächstes die Frage im Raum, in welches Unternehmen investiert werden sollen. Wer gut verzinste Industrieanleihen sucht, der sollte vor allem auf den diversen Finanz- und Börsenportalen im Internet suchen.

Die Schuldnerbenotung der Firmen erfolgt durch große Rating-Agenturen und zeigt an, wie sicher und pünktlich der Emittent seine Zinsen bei den Anlegern begleicht. Je höher dabei die Renditen, desto schlechter fällt die Schuldnerbenotung der Unternehmens aus. Der größte Teil der auf dem Anlagemarkt verfügbaren Industrieanleihen zeichnet sich durch eine durchschnittliche bis gute Rendite aus. Da das Risiko eines Ausfalls oder gar eines Totalverlustes dagegen grundsätzlich eher als gering einzuschätzen ist, erfreuen sich diese Anleihen bei vielen Anlegern einer großen Beliebtheit.